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Tag 8 - Narvik

Nordkap 2013




06.07.2013, Kilometerstand: 3581



Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück brechen wir 9.45 Uhr auf in Richtung Norden.
Schon fünfzehn Minuten später erreichen wir den Polarkreis - natürlich regnet es, obwohl wir noch vor wenigen Minuten bei Sonnenschein losgefahren sind.
Wir haben uns das Polarkreiszentrum angesehen, ein paar Bilder gemacht und den Souvenirshop durchstöbert.
Die Polarkreistaufe für Sabine übernimmt Petrus persönlich, deshalb verzichtet Stefan auf dieses Vergnügen.



Wir fahren mittlerweile eine ganze Weile am Fjord entlang und halten Ausschau nach einer geeigneten Angelstelle, an der wir uns eventuell das Abendessen fangen können.
Direkt an der Straße finden wir einen kleinen Bootsanleger, von dem aus wir unser Glück versuchen wollen. Bei leichtem Regen fangen wir jeder einen kleinen Dorsch in Küchengröße.
Für Sabine ist es der erste Fisch überhaupt, also eine große Premiere, die sich später Zuhause noch auswirken soll, aber das ist eine andere Geschichte. In der kleinen Bucht vor uns sehen wir immer wieder kleine Fische, die scheinbar von einem Jäger an die Oberfläche gedrückt werden und dort wild auseinander stoßen. Hin und wieder hören wir auch Atemgeräusche. Stefan vermutet, dass es ein paar kleine Wale sind, die sich an den Fischen verköstigen, zu sehen bekommen wir aber leider keinen.
Bei dem üblichen schlechten Wetter beschließen wir es dabei zu belassen und weiterzufahren. Das Abendessen ist zumindest gesichert.
Wir hoffen, dass wir zeitig in Narvik ankommen, um dort noch einmal angeln zu können.

14.50 Uhr erreichen wir die Fähre in Bognes - zumindest deren Anleger. Nach weiteren 35 Minuten ist dann auch die Fähre da. Insgesamt kostet uns die Überfahrt eine Stunde Zeit und 40 €.

17.10 Uhr erreichen wir endlich Narvik. Eigentlich hatten wir vor in Narvik etwas Sightseeing zu betreiben. Der Plan war sich von der Stadt inspirieren zu lassen und eventuell erstmal den Hafen anzuschauen.
Die Stadt ist aber, um es mal ganz simpel zu sagen, furchtbar hässlich! Sicher gibt es hier auch das Ein oder Andere zu sehen, z.B. einige Relikte aus dem 2. Weltkrieg, aber das interessiert uns einfach nicht wirklich, also warum heucheln.
Einen richtigen Hafen, der zum flanieren einlädt gibt es nicht, oder wir finden ihn einfach nicht - beides ist möglich.
So begnügen wir uns also mit den theoretischen Infos unseres Reiseführers, der uns davon berichtet, dass 1940 zwei Monate um Narvik gekämpft wurde, es folgten fünf Jahre der Besatzung. Lediglich die Info, dass die Tirpitz, das Schwesterschiff der Bismarck, hier oben lag und allein ihre Anwesenheit im Nordatlantik für Angst und Schrecken gesorgt hat, finden wir persönlich schon wissenswert.
Insgesamt bleibt Narvik für uns aber ein Reinfall - zuviel erwartet?!

Wir beschließen etwas außerhalb einen Platz für die Nacht zu finden, der uns noch ein wenig Chance auf Angelei lässt und werden auf einem kleinen Parkplatz fündig.
Routiniert bereiten wir den Wohnwagen auf die Nacht vor und stapfen danach mit unseren Angelruten und Honey über die Felsen Richtung Wasser.
Die beschwerliche Tour, die Frau und Hund alles abverlangen ist jedoch leider vergebens.  Es ist Ebbe und das Wasser für eine erfolgreiche Angelei einfach zu flach.
Dafür treffen wir hier in den Felsen zwei nette Männer, genau genommen Vater und Sohn. Der Vater, etwa 60 Jahre alt, hat eine Schwester in
Berlin - wir kommen ins Gespräch und plaudern nett daher. Der Vater spricht sehr gut Deutsch - obwohl er immer wieder das Gegenteil behauptet. Mit dem jüngeren Mann sprechen wir englisch. Unser Englisch erweist sich in ganz Skandinavien als äußerst hilfreich, man hat das Gefühl, dass fast alle Bewohner mit dieser Sprache großwerden.
Derweil macht Honey eher skeptisch Bekanntschaft mit den beiden Pointern des Jüngeren. Ganz geheuer sind ihr die Jungspunde nicht, es ist aber wirklich beeindruckend und erwähnenswert, wie behände sich die beiden Hunde auf und zwischen den Felsen bewegen - schöne Hunde!
Nach einer Weile verlassen wir den Platz und kehren zum Wohnwagen zurück. Der Parkplatz wirkt ohne Option auf Angeln gar nicht mehr so schön und so beschließen wir uns etwas Besseres zu suchen.

Nur kurz die Stützen hochgekurbelt und los geht`s.
Wir fahren nach Bjerkvik und nutzen die Chance zu tanken, die Reichweitenanzeige orakelte bereits nur noch 80 km.
Ab Bjerkvik verlassen wir den Fjord und folgen der E6 Richtung Alta bergauf, wo wir nach wenigen Kilometern einen ruhigen Parkplatz finden. Also auf ein Neues - Stützen runter und fertig!
Stefan filetiert schnell die beiden Dorsche, während Sabine drinnen alles für das wohlverdientes Abendessen vorbereitet - Dorschfilet in Dillsoße mit Reis. Während Stefan die Fische vorbereitet bemerkt er, dass wir nicht allein sind. Zwei Schafe, eine Mutter mit Lamm, äsen in aller Seelenruhe den Parkplatz ab und werfen hin und wieder einen kontrollierenden Blick in seine Richtung.

So endet dann langsam auch der erste Tag nördlich des Polarkreises, zwar ohne wirkliches Reisehighlight aber in immer wieder einmalig schöner Kulisse.





Kosten des Tages:

Fähre in Bognes                40 €
Tanken                      137,88 €
                     ______________
                               177,88 €

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