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Tag 7 - Panama City

Panama 2014

10.09.2014

Für heute steht ein Ausflug nach Panama-City an. Wir wollen uns den Panama-Kanal und einige sehenswerte Orte in der Stadt anschauen. Früh am Morgen werden wir mit einem Kleinbus am Hotel abgeholt. Unser Reiseführer, Manuel Schacht, begrüßt uns und die fünf Franzosen, die uns an diesem Tag begleiten werden, akzentfrei mit der jeweiligen Muttersprache. Leider sind die Deutschkenntnisse damit annähernd ausgeschöpft – macht aber nichts, er spricht fließend englisch – wir auch…
Manuel ist Portugiese mit deutschen Wurzeln, der als Backpacker in den 90ern nach Panama kam und hier die große Freiheit fand. Man merkt ihm an, dass er weit gereist ist und die oberflächlichen Dinge des Lebens durchaus kritisch betrachten kann.
Schon auf der Fahrt nach Panama-City bekommen wir unzählige Informationen zu seiner Wahlheimat, so vergehen die 1,5 Stunden wie im Flug und wir befinden uns an der Miraflores Schleuse.
Scheinbar ist die Schleuse ein beliebtes Ausflugsziel für die Schulklassen der umliegenden Orte. Busseweise werden die Klassen, samt überforderter Lehrer, angekarrt. Neben den Schleusen befindet sich ein mehrstöckiges Haus in dessen oberster Etage eine Art Tribüne aufgebaut ist, von der aus die Schulklassen die Schleusengänge beobachten und per Lautsprecher mit Informationen beschallt werden – ohrenbetäubend von allen Seiten!
Im Gebäude gibt es noch ein recht sehenswertes Museum samt Aquarium, ein Kino in dem in einem bestimmten Rhythmus ein Film über den Kanalbau gezeigt wird und natürlich auch einen Souvenirshop.

Die Schleusen selbst sind so, wie man sie sich vorgestellt hat und aus dem Fernsehen kennt.
Sicher sind die Schleusen sehr groß, aber wer einmal am Nord-Ostseekanal und sich dort beispielsweise die Schleuse Kiel-Holtenau angesehen hat, wird feststellen, dass diese größer sind.
Die eigentliche Leistung vor der man nur ehrfurchtsvoll den Hut ziehen kann ist der Kanal an sich.
Der Panamakanal ist eine künstliche, etwa 82 Kilometer lange Wasserstraße, die die Landenge von Panama in Mittelamerika durchschneidet, den Atlantik mit dem Pazifik für die Schifffahrt verbindet und ihr damit die Fahrt um das Kap Horn an der Südspitze Südamerikas erspart. Der 1914 eröffnete Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt; etwa 14.300 Schiffe (Mittel der Jahre 2011 bis 2013) durchfahren ihn pro Jahr.

Nachdem wir zwei Schiffe beim Schleusen beobachtet haben und auch sonst alles besichtigt haben, geht es nach ein 1,5 Stunden weiter in Richtung City.

Unser nächstes Ziel sind die Ruinen der alten Stadt Panama-Viejo. Diese Ruinen stellen die ursprüngliche Stadt dar, die durch Vasco Núñez de Balboa Anfang des 16. Jahrhunderts gegründet wurde. Zerstört wurde Sie unter Führung des berüchtigten Piraten Henry Morgan – wobei man sagen muss, dass die Stadtbewohner die Stadt während der Angriffe selbst niederbrannten.

Wir besichtigen die zahlreichen Ruinen und besteigen den sehr gut erhaltenen Turm der Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción die an der ehemaligen Plaza des Ortes lag. Vom Turm aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Skyline der Neustadt und ins Umland.

Der Himmel wirkte bereits während der Besichtigung mehr als dramatisch und als wir ins Auto steigen beginnt die Regenzeit ihrem Namen gerecht zu werden. Es schüttet derartig, dass viele Autos anhalten und den Schauer aussitzen. Die Sicht beträgt nur noch wenige Meter.
Vom Regen unbeeindruckt bringt uns der Fahrer unseres Minibusses auf eine kleine Insel am Rande der Stadt auf der das sehr schicke Restaurant „Bucaneros“ (http://www.bucanerospanama.com/), eine andere Bezeichnung für Piraten, liegt.
Dort essen wir zu Mittag und kommen auch mit unseren französischen Mitreisenden ins Gespräch. Naja genau genommen kommen wir mit einem von ihnen ins Gespräch, der englisch mit einem herrlichen französischen Dialekt  spricht und als Dolmetscher für alle anderen fungiert. Wir genießen das Essen und die gute Stimmung.




Pünktlich zur Abfahrt ist der Regen auch wieder vorbei und wir fahren in die neue Altstadt, Panama Casco Viejo, in der wir dann einen ausgedehnten Spaziergang samt Sightseeing machen.
Die Altstadt ist seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe. Die Bewohner der Stadt sind auch etwa seit dieser Zeit emsig dabei die Altstadt zu restaurieren. Wobei Manuel großen wert darauf legt, dass restauriert und nicht erneuert wird. Nüchtern betrachtet ist die Altstadt zur Zeit noch als überwiegend unattraktiv zu bezeichnen. Zwar kann man den Glanz vergangener Epochen gut erkennen, muss dafür aber durch jede Menge Verfall hindurchsehen. Die Gebäude, die bereits restauriert sind machen dagegen aber einen sehr schicken Eindruck und vermitteln gut das koloniale Flair der Gründungszeit. Wir sind sicher, dass die Altstadt in vielleicht 10 Jahren zu einer der schönsten kolonialen Zentren des karibischen Raumes gehören wird.

Unseren Rundgang beginnen wir am Plaza Herrera und schauen uns dort die Iglesia de San Jose an zu der es eine tolle Geschichte gibt:
Diese Kirche ist die einzige in der Stadt mit einem goldenen Altar. Der Altar befand sich einst in einer Kirche der alten Altstadt Panama Viejo. Als Morgan die Stadt brandschatzte lies der Pfarrer den Altar schwarz anmalen und spielt den Piraten einen verarmten Gemeindepastor vor. Das machte er so gut, dass Morgan beim Verlassen der Kirche vor Mitleid einen Beutel voller Goldmünzen zurücklässt und gesagt haben soll: „Der Pfarrer ist so viel mehr Pirat als ich!“

Recht hat er gehabt! Nach dem Abzug der Piraten lies der Pfarrer den Altar reinigen und später in der Iglesia de San Jose aufstellen.

Wir schlendern weiter über den Plaza de la Independencia und erfahren noch so manches wissenswerte über dieses oder jenes Gebäude.

Sabine spricht Manuel an  – sie hat einen Plan – sie möchte gern ein Foto mit einem Polizisten der Stadt haben und bittet Manuel dies zu arrangieren. An einer Station der Touristenpolizei spricht Manuel einen Polizisten an, der erst gar nicht so richtig begeistert scheint. Doch als er hört, dass Sabine eine deutsche Kollegin ist, willigt er sofort ein, hat aber auch eine Bitte.
Sabine musste versprechen ihm dafür ein Bild von sich in Uniform per Mail zu schicken – daran soll es doch nicht scheitern!

Kurzer Exkurs zur Polizei: In Panama gibt es kein Militär, dafür aber unfassbar viele verschiedene Polizeieiheiten die diese Aufgaben mit übernehmen.

Als letztes schlendern wir noch an einer Strandpromenade entlang, an der es einige Souvenirs zu kaufen gibt. Auch wir kaufen uns ein Aquarell auf dem ein Auszug der Altstadt zu sehen ist. In einer Seitenstraße finden wir noch ein schickes Hutgeschäft in dem ich für meinen Freund Christian Grosser, bei einer sehr alten Dame, den versprochenen Panama-Hut kaufe.

Im Anschluss geht es nach einem langen und ereignisreichen Tag  zurück ins Hotel – grade noch rechtzeitig, denn eine der französischen älteren Frauen, die an Körperfülle schwer zu tragen hat und auch nur mit FlipFlops besohlt war ist sichtlich am Ende ihrer Kräfte – ohne Kommentar.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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