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Tag 7 - auf nach Orebic

Kroatien 2016

19.05.2016

Abfahrt!
Routiniert packen wir unsere Sachen nach dem obligatorischen Frühstück zusammen und checken pünktlich um 10:20 Uhr aus.
Wir haben beschlossen auf der Autobahn zu fahren und nicht auf der Küstenstraße, einfach, weil es per Autobahn viel schneller ist und wir auf Peljesac noch genug Landstraße in Küstennähe fahren müssen.

Kurz nachdem wir Sibenik verlassen haben und auf der Autobahn sind, beginnt es zu regnen. Trotzdem kommen wir gut voran. Die kroatische A1, die auch Dalmatina genannt wird und seit 2011 in Teilen bzw. seit 2013 so gut wie ganz Dalmatien durchspannt (weitere Streckenteile gen Süden sind geplant), ist makellos ausgebaut und so gut wie immer leer, zumindest immer wenn wir unterwegs sind. Was mir besonders auffällt sind die unzähligen Wildbrücken - vorbildlich! Ich kenn keine Autobahn in Deutschland in der eine derartige Dichte an Wildbrücken vorhanden wäre, hier hat man scheinbar gut mitgedacht.

Bei Ploce, dem südlichen Ende der Dalmatina, fahren wir von der Autobahn ab und nehmen Kurs Richtung Küste. In einem kleinen Ort neben Ploce sollte laut Reiseführer eine Brücke auf die Halbinsel Peljesac gebaut werden, deren Fertigstellung für Mitte 215 geplant war. Diese Brücke gibt es nicht! Mach aber nichts, wir hätten trotzdem in Ploce abfahren müssen um von nun an wieder der Küstenstraße 8 zu folgen, das kurze Stück durch Bosnien Herzegowina zufahren und dann den normalen Landweg auf die Halbinsel zu nehmen.

Mal ein kurzer Exkurs zur Grenze in Bosnien und Herzegowina/Kroatien. Vorab, mir ist`s vollkommen egal, ich finde Nationalismus überholt und bin ein Freund von Globalisierung und Grenzabbau. Aber angesichts der Thematik mit den EU-Außengrenzen, die ja zur Zeit der Flüchtlingskrise omnipräsent ist möchte ich gern etwas Öl ins Feuer gießen: Wenn ich also von Kroatien über die Grenze fahre, dann habe ich -zack- die EU verlassen und wenn ich dann ein paar Kilometer weiter wieder nach Kroatien möchte, dann möchte ich ja gern wieder in meine wunderbare EU mit all ihren Annehmlichkeiten, ich muss aber die EU-Außengrenze nach Innen überqueren. Nun möchte man meinen PUH da wird richtig gefilzt, schließlich sind ja nur noch Schlepper, Schleuser und Terroristen unterwegs ins gelobte Land. Und nun die Realität: Wir fahren zur Grenze, an den Schalter mit der netten kroatischen Grenzschützerin, ich leiere das Fenster runter und noch bevor es unten ist... winkt sie uns durch :-).  So siehts aus an den EU-Außengrenzen.

Wir fahren nun unentwegt an der Küste entlang, in teilweise beachtlicher Höhe. Es ergeben sich wunderbare Aussichten ... aber es regnet :-(.
Wir beschließen schon auf der Hinfahrt, dass wir auf der Rückfahrt, sofern besseres Wetter ist, hier und da noch einmal anzuhalten um ein paar schicke Bilder zu knipsen.

Orebic hat schließlich 300 Sonnentage im Jahr, da sollte man doch auch etwas erwarten dürfen.

Gegen 14:30 Uhr kommen wir dann endlich in Orebic bzw. im Camp Vala an. Geschuldet ist die lange Fahrzeit einem dermaßen starken Regen, der uns teilweise zwang Schritttempo zu fahren.... und das will was heißen.

Das Camp Vala ist ein kleiner CP, der laut ADAC Führer ein Tipp für 2016 ist und auf 1,2ha Fläche etwa 50 Parzellen hat. Im Platzführer steht etwas von Hanglage, ich würde eher sagen der Platz ist am Steilhang gelegen. Richtig ist hingegen, dass nur etwa die Hälfte der Plätze mit WoMo oder WoWa angefahren werden können, die anderen sind Zelten vorbehalten, weil man einfach nicht rankommt.

Zum Strand, der im Campingführer sehr sehr gute Bewertungen bekommen hat, geht es über einen steilen Weg, keine Treppe sondern ein mit Beton angelegter Weg, der durch den Regen so nass ist, dass man höllisch aufpassen muss. Wir sind mehrmals ins Rutschen gekommen und da geht`s echt abwärts... Der Strand selbst ist aber wirklich wunderschön! Eine tolle kleine Bucht mit Kiesstrand und sehr hübschen Sitzgelegenheiten im Fels - wirklich toll. Sobald wir schönes Wetter haben gibts auch Bilder davon.

Die Zufahrt von der Hauptstraße hinunter ist im ADAC-Führer lediglich so beschrieben: "Zuletzt ca. 0,3 km auf steiler Straße." Das ist eine eher nette Formulierung. Die Straße ist dermaßen steil, dass man Angst haben muss, gar nicht zum Stehen zu kommen. Nur von diesen 300 m sind meine Bremsen trotz Motorbremse so heiß, dass sie minutenlang dampfen und stinken. Es scheint kaum möglich diesen Weg mit einem Wohnwagen wieder hinauszufahren!
Ist man aber erstmal  von der Hauptstraße abgebogen, gibt es kein zurück mehr.
Unten angekommen erfahren wir dann, dass es noch eine zweite Zufahrt gibt, die nicht ganz so steil ist und etwas weiter Richtung Orebic liegt.
Sie ist aber nur einspurig, hat Bruchsteinmauern an den Seiten, sodass ein Ausweichen also nicht möglich ist und die Enge der Straße ist definitiv grenzwertig für größere Gespanne wie uns. Die Steigung ist noch immer so stark, dass ich relativ sicher bin, dass wir nur eine Chance haben, wenn die Straße furztrocken ist, dann muss alles passen, groß bremsen um zu schauen, ob man um die engen Ecken passt ist dann nicht. Ich habe jetzt schon Kopfschmerzen bezüglich unserer Abreise....

Im Ernst, wer sich überlegt den Platz anzufahren, der sollte vorher unbedingt oben anhalten, hinunterlaufen und gut darüber nachdenken, ob er es sich zutraut da allein wieder herauszufahren!

Nachdem wir dann mit der sehr netten Mutter des Betreibers alle Formalitäten erledigt haben und unseren schönen, aber steilen Platz bezogen haben bekommen wir noch Passwörter fürs W-Lan, dass hier wirklich funktioniert #Solaris-Wlan-Lüge. Wir beschließen trotz des schlechten Wetters - es regnet aber zumindest nicht mehr - noch einmal nach Orebic hineinzufahren um ein paar Lebensmittel zu kaufen und zu Abend essen zu gehen. Dann hat man zumindest schonmal die erste Neugier auf den Ort gestillt und weiß am nächsten Tag, wo man in etwa hin muss.

Jetzt, während ich hier im Wohnwagen sitze und diese Zeilen schreibe regnet es wieder so stark, dass ich kein Wort von Sabine verstehe, die mir 1m am Tisch gegenüber sitzt, dass kann ja eine Nacht werden.

Wir probieren es mal...


Kosten des Tages:

Brötchen: 5 €
Campingplatz Solaris: 157 €
tanken: 57 €
Maut: 15 €
Essen: 17 €
Einkauf: 13 €

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