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Tag 6 - Fjordnorwegen

Nordkap 2013

04.07.2013, Kilometerstand: 2375


Nach einem ausgedehnten Frühstück brechen wir um 9.27 Uhr auf. Vor uns liegen heute viele fahrerische Highlights und die vermutlich schönsten Landschaften, die Fjordnorwegen zu bieten hat. Darunter Geiranger und der Geirangerfjord, der Trollstieg und die Atlantikstraße, die bereits zur schönsten Straße der Welt gewählt wurde.
Grobes Ziel für heute ist Trondheim, obwohl wir uns nicht sicher sind, ob wir die Stadt tatsächlich erreichen werden.

Der Weg führt uns zurück nach Older am Olderfjord und dann Richtung Stryn, wo wir einen kurzen Abstecher in einige Geschäfte machen, aber nichts kaufen.

Nach vielen Tunneln sowie Berg- und Talfahrten erreichen wir den Geirangerfjord und genießen den Ausblick von einer Plattform, an der scheinbar alle Reisebusse, die heute in Norwegen unterwegs waren, zeitgleich mit uns angekommen sind.
Im Fjord liegt eine alte Bekannte, die "Queen Victoria", die wir bereits gestern gesehen haben.

Von unserem Aussichtspunkt können wir bereits die Adlerstraße sehen, die sich in elf Haarnadelkurven bis zum Aussichtspunkt den Berg hinauf schlängelt - das wird happig.

Wir machen ein paar schöne Bilder und stürzen uns dann gleich Talwärts. In Geiranger konnten wir wegen der Länge unseres Gefährts und der enormen Anzahl an Rentnerbussen leider keinen Halt machen.
Dann also mit Schwung die Adlerstraße hinauf. Erstaunlicherweise scheint auch dieser steile Anstieg kein Problem für die Traktion darzustellen und so kommen wir ohne Murren zum Adlerblick, einem tollen Aussichtspunkt von dem aus man zum Einen die Stadt Geiranger und zum Anderen den Verlauf des Fjordes einsehen kann.

Der Geirangerfjord ist einer der bekanntesten Fjorde Norwegens und gehört seit dem 14. Juli 2005 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Er ist ca. 15 km lang, und zwischen 600 m und 1,3 km breit. Er stellt eine Fortsetzung des Sunnylvsfjords dar, der wiederum ein Seitenarm des Storfjords ist.

Der Geirangerfjord gilt als schönste Fjordlandschaft der Welt. Deren erhabene Natur kommt durch die schmalen, steil abfallenden Talwände zum Ausdruck, die sich bis zu 1.400 m über dem Meeresspiegel erstrecken. Zahlreiche Wasserfälle stürzen von Felswänden herab und zahllose Wildbäche fließen von schneebedeckten Gipfeln, Gletschern und Gletscherseen hinunter in den Fjord. Die Vielfalt zu Wasser und zu Land, machen diesen Ort zu einem einmaligen Naturerlebnis.

Nur wenige Kilometer weiter erreichen wir Eidsdal von wo aus wir die Fähre nach Linge nehmen werden. Der blonde Kassierer kann unsere Kreditkarte nicht einlesen und winkt uns auf die Fähre. Wir haben kurz die Hoffnung kostenlos übersetzen zu können, aber da kommt auch schon der Typ zum abkassieren und bringt die Karte zum glühen...
Ohne Wartezeit legen wir ab und sind schon nach circa zehn Minuten auf der anderen Seite des Fjords.

Da der Trollstieg von Gespannen nicht befahren werden darf, müssen wir einen weiten Umweg in Kauf nehmen um nach Andalsnes zu gelangen. Den nehmen wir aber gern in Kauf, schließlich wollen wir unbedingt den Trollstieg sehen und auch fahren - nur halt ohne unseren Wohnwagen.

Am letzten Campingplatz vor dem Trollstieg parken wir den ML ab und machen uns auf den Weg.
Wahnsinn, wirklich wahnsinn - noch nie zuvor haben wir eine vergleichbare Straße gesehen. Man kann es kaum beschreiben, das muss man einfach mit eigenen Augen sehen. Allein die Idee in eine solche Wand eine Straße zu bauen ist ein so kühner Gedanke, dass er uns nicht ansatzweise kommen würde.

Oben angekommen halten wir auf dem Parkplatz und gehen den kurzen Wanderweg zu den verschiedenen Aussichtsplattformern. Von oben betrachtet wirken die Serpentinen noch unwirklicher als von unten. In einem der vielen Souvenirshops am Parkplatz kaufen wir ein Zertifikat mit aktuellem Tagesstempel als Beweis unseres Besuchs.
Im Anschluss fahren wir wieder runter und holen unseren Wohnwagen ab, den wir schon etwas vermisst haben.

Jetzt fahren wir wieder Richtung Küste, unser nächstes Ziel ist die Atlantikstraße, die zwischen Molde und Kristiansund auf unzähligen kleinen Inseln dirket am Atlantik liegt. Besonders im Herbst, wenn die Stürme das Meer aufpeitschen soll es dort sehr sehr schön sein. Schließlich wurde die Straße ja auch zur schönsten der Welt gewählt.

In Afarnes wartet einmal mehr eine Fähre auf uns. Dort müssten wir eine ganze Menge mehr zahlen, wenn unser Gespann länger als zehn Meter ist. Als der Abkassier-Boy fragt, wie lang wir sind, antwortet Stefan ohne mit der Wimper zu zucken und aus tiefster Überzeugung: 9,60 Meter. Naja, vielleicht mit 3,8 auf dem Turm, aber er glaubt es und nur das zählt -  auch für unseren Geldbeutel.

18.25 Uhr erreichen wir dann Bud - nein, das ist nicht der Arsch der Welt, sondern viel mehr der Beginn der Atlantikstraße. Wir sind nun direkt am Atlantik, den wir auf den nächsten 65 km bis Kristiansund zu unserer Linken haben werden. Als wir einen ersten Halt machen und uns auf den Schären ein wenig die Beine vertreten beginnt es zu regnen - natürlich. Schließlich hatten wir ja seit dem Morgen gutes Wetter und das ist viel mehr als man gebrauchen kann.

Letzten Endes müssen wir sagen, dass sich die Atlantikstraße nicht wirklich gelohnt hat. Wir haben uns immer gefragt: "Wann fängt es denn nun an spektakulär zu werden?" Und plötzlich lag die Straße auch schon hinter uns. - Zu viel erwartet?
Wenn man vorher im Internet recherchiert und sich die atemberaubenden Bilder der schrägen Brücken ansieht, dann wirkt alles viel besser. In Wirklichkeit gibt es nur eine einzige Brücke, die eine solche Schräglage in der Kurve aufweist und wenn man, so wie wir, nicht den absolut perfekten Standpunkt zum Fotografieren hat, dann sieht die Brücke aus wie jede Andere.

In Kristiansund angekommen drehen wir eine Ehrenrunde, einerseits liegt das an der spärlichen Beschilderung, andererseits an Sabines Unfähigkeit die Karte und die Realität zu vereinen. Zu ihrer Ehrenrettung muss man aber sagen, dass die Karte eher als grob zu bezeichnen ist. Bleibt nur nach Himmelsrichtung zu fahren - Norden sollte grundsätzlich richtig sein.

Es ist jetzt 20.05 Uhr und wir wollen gern noch die nächste Fähre schaffen, die noch 20 km entfernt ist und dann sofort einen ruhigen Schlafplatz suchen. Bis Trondheim sind es noch 150 km, das schaffen wir heute bei Weitem nicht mehr - verschätzt!
Um 20.22 Uhr haben wir die Fähre in Kanestraum erreicht und auch noch Glück, da sie grade den Gegenverkehr entlässt. So können wir gleich drauf und unverzüglich übersetzen. Von der Fähre runter, rechts abbiegen nach Halsa und zack, auf den Parkplatz am Fjord direkt hinter dem Fähranleger - idyllisch ist anders, aber für heute wird es gehen.

Stefan versucht noch kurz sein Anglerglück, verliert aber schnell das Interesse als es Abendessen gibt!

Ein langer und ereignisreicher Tag geht zu Ende.

Kosten des Tages:

Fähre nach Linge              19,63 €
Zertifikat Trollstieg                  5 €
Fähre bei Afarneset           21,25 €
Tanken                            94,80 €
Maut Molde                        2,50 €
Maut Tunnel Kristiansund    15,60 €
Fähre Kanestraum                 25 €
                             ______________
                                      183,78 €

 
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