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Tag 5 - Big Game

Panama 2014

08.09.2014

Obwohl wir heute erstmal in der Lage gewesen wären auch mal etwas länger zu schlafen, stehen wir wieder um 06.00 Uhr auf, schließlich steht heute Big-Game-Fischen auf dem Programm.

Um 7 Uhr ist Treffen und wir sind bereits 06.45 Uhr, nach einem kurzen Früstück, am Strand. Die Bootscrew ist bereits dabei alles auf dem Trollingboot seeklar zu machen, als sie uns am Strand sehen kommt einer von ihnen mit einem kleinen Shuttle-Boot zu uns gefahren. Auf spanisch erklärt er uns, dass wir noch auf die Kolumbianer warten müssen.

Wir warten.... und warten.... 07.30 Uhr, wir sind mittlerweile sauer, wird auch der Guide nervös. Wir sind auf seine Entscheidung gespannt: entweder wir fahren allein ab, oder wir warten weiter - er telefoniert etwas rum und 07.45 Uhr kommen die Kolumbianer, das sind ein kräftiger Mann mit schlanker Frau,Tochter und Sohn. Der Guide ist sichtlich angepisst und versucht nicht mal das zu verstecken.

Mit dem kleinen Shuttle fahren wir zu unserem Trollingboot, der SILVIA.
Das Boot ist gebaut für den einzigen Zweck des Angelns auf große Fische. Zwar ist sie nicht mehr die allerjüngste, aber noch ganz passabel in Schuss.

Wir fahren mit beachtlicher Geschwindigkeit und ohrenbetäubendem Lärm raus auf den offenen Pazifik.
Irgendwann werden wir langsamer - Zeit zu fischen.
Der Guide bereitet die Angeln vor und klappt die Outrigger aus, durch die dann unsere Köder seitlich versetzt zum Boot laufen können. Dadurch ist es möglich mehrere Ruten zu verwenden und eine möglichst breite Wasserflläche zu befischen.

Unser Guide fragt Stefan ob er Angler ist und wie lange schon. Stefan macht ihm klar, dass er bereits seit zwanzig Jahren angelt - da ihm das spanische Wort für die Zahl zwanzig nicht einfällt, nutzt er die Hände.

Schon nach wenigen Minuten bekommen wir den ersten Biss - der Guide nickt Stefan zu und der weiß was zu tun ist. Stefan bekommt einen Bauchgurt umgelegt und setzt sich in den Kampfstuhl. Als er die Rute übernehmen will steigt der Fisch plötzlich aus - Abriss - leider. Also wieder warten.

Der nächste Biss lässt nicht lange auf sich warten und diesmal sitzt der Haken auch sicher. Stefan pumpt den Fisch souverän heran, sodass er gegafft werden kann. Der Fisch sieht aus wie ein in Deutschland heimischer Hornhecht, nur, dass der Fisch hier gut 1,40m lang ist!

Laut Aussage unseres Guides handelt es sich dabei um einen "Aruha" oder auch "Nero-Fish" - auch spätere Recherchen im Internet bringen keine Klarheit. Wir finden keinen passenden Fisch bei google um ihn eindeutig bezeichnen zu können.

Schon kurze Zeit, nachdem der Fisch versorgt ist, steigt an einer anderen Rute ein weiterer Fisch ein. Diesmal ist der dicke Kolumbianer dran. Allen Beteiligten wird sofort klar, dass der ganz sicher noch nie eine Angel in der Hand hatte und zugesehen hat er eben sicher auch nicht.

Er pumpt den Fisch nicht, dass heißt, er zieht nicht die Rute mit der Kraft aus Beinen und Rücken zu sich heran um beim Nachvornführen der Rute die lose Schnur aufzukurbeln - er kurbelt einfach nur. Das muss eine unvorstellbare Kraftanstrengung sein. Weil er dafür so unglaublich viel Kraft benötigt, ist er sich ganz sicher einen riesigen Fisch gehakt zu haben. Zwischen Stöhnen und Schnaufen entfährt ihm immer wieder: "esta mui grande" - das ist ein sehr großer.

Wir anderen schauen uns an und müssen unweigerlich schmunzeln.

Nach einiger Zeit landet ein Sierra, eine Makrelenart, mit einer Größe von etwa 50 cm in der Fischkiste der SILVIA. Der Fänger ist sichtlich  enttäuscht, hätte er doch mindestens einen Delfin vermutet.

Während der nächsten Wartezeit erklären Kapitän und Angelguide ihm die richtige Technik und verweisen dabei auf Stefan, er zeigt sich einsichtig und ist hoch motiviert.

Der nächste Biss kommt wie aus dem nichts und macht sofort deutlich, dass es sich diesmal tatsächlich um einen stärkeren Fisch handelt. Die Schnur wird aus dem Clip den Outriggers gerissen und der bisher noch unbekannte Gegner zieht rasant Schnur von der riesigen Penn - Multirolle.
Da Fisch auf Fisch geangelt wird ist Stefan wieder an der Reihe. Nach einiger Zeit fängt der Fisch an zu springen und man kann in gut 70 Metern Entfernung sehen, dass ein stattlicher Dorado, eine Goldmakrele, am Haken hängt.

Es dauert noch eine ganze Weile bis der Fisch sich geschlagen gibt und gelandet werden kann. Der Dorado ist 1,30m lang und zählt damit zu den größeren Vertretern seiner Art. Selbst Kapitän und Guide sind so beeindruckt, dass sie den Fisch fotografieren.

Beim nächsten Fisch, der für unseren kolumbianischen Mitangler gedacht ist, wird klar, dass er bei der Lehrstunde vorhin nicht aufgepasst hat.
Er kurbelt wieder wie ein Weltmeister...

Wieder ist er total begeistert davon, wie riesig der Fisch dieses Mal sein müsste. Er schwitzt, schnauft und kämpft - der Kampfstuhl wird seinem Namen mehr als gerecht.

Um es kurz zu machen, es ist wieder ein Sierra mit der selben Größe wie der Erste.

Die letzten beiden Fische beißen im Doppelpack. Sodass nun jeder einen Fisch drillen kann. Stefan vermutet an seiner Rute einen Sierra und drillt frei an der Bordwand. Der Fisch ist schnell gelandet. Der Kolumbianer hat wieder deutlich mehr zu tun, diesmal aber auch einen etwas besseren Fisch - ein kleiner Dorado.

Nachdem die Fische versorgt sind, ist es langsam an der Zeit zurückzufahren.
Plötzlich ruft uns der Kapitän und deutet auf den Horizont. Wir schauen und suchen das Wasser ab, als sich gut einen Kilometer vor uns ein Buckelwal aus dem Wasser schraubt und klatschend wieder darin eintaucht. Die Ruten werden noch etwas schneller eingeholt und wir fahren mit Vollgas in Richtung Wal. Um es vorweg zu nehmen, der Wal war nicht mehr zu sehen als wir in der Nähe des Sprunges waren.

Also fahren wir nach einem sehr erfolgreichen Angeltag zurück zum Hotel. Dort angekommen haben wir kaum wieder Boden unter den Füßen, als sich zahlreiche Touristen um uns versammeln und die gefangenen Fische zu bestaunen.

Wir sprechen ab, welchen der gefangenen Fische wir am Abend essen wollen - natürlich den Dorado, einen der wohlschmeckensten Fische überhaupt. Am Abend werden dann zwei wunderbare Filets dieses köstlichen Fisches für uns zubereitet. Da haben wir all inclusive gebucht und versorgen uns letzten Endes doch selbst ;-)

Um den Abend gebührend ausklingen zu lassen gönnen wir uns noch einen Cocktail an der Bar.

P.S. Im Verlauf des Abends lief uns "unser" Hund wieder über den Weg. Stefan pfiff ihm nach und diesmal kam er sogar zu uns und lies sich kurz kraulen.

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