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Tag 4 - Bergen

Nordkap 2013

02.07.2013, Kilometerstand: 1975

Wir stehen um 8 Uhr bei strömendem Regen auf. Was will man auch erwarten von der regenreichsten Stadt Europas.
Aber schon während wir frühstücken kommt dann doch noch die Sonne raus. Wir beobachten einen deutschen Motorradfahrer, der ganz allein unterwegs ist. Er ist sicher schon im Rentenalter und schläft trotzdem noch in der Dackelhütte. In der Nacht war es schon ziemlich kalt und das kann man ihm anhören. Bei jeder Bewegung hört man ihn keuchen und stöhnen. Er packt grad sein Zeug zusammen und scheint sich weiter auf den Weg machen zu wollen - wohin auch immer - Hut ab, harter Kerl.

Wir fahren heute nach Bergen und werden die Stadt ausgiebig besichtigen. Geplant ist, auch die heutige Nacht hier auf dem CP zu verbringen und mal ein bisschen auszuspannen.

Der Weg in das Stadtzentrum Bergens gestaltet sich (zumindest für uns) doch schwieriger als gedacht. Wir verfahren uns mehrfach und anstatt zum Beispiel auf den Mt. Floyen zu fahren, nehmen wir den Tunnel drunter durch - naja.
Nach einigen Irrfahrten schaffen wir es dann doch noch ins Zentrum und Parken in unmittelbarer Nähe zum Fischmarkt, den wir auch als Erstes besichtigen.
Sabine ist der Meinung, dass wir uns dort viel zu viel geräucherten Lachs aufschwatzen lassen haben. Stefan sieht das natürlich ganz anders und freut sich schon jetzt auf das Abendessen. Die Verkäuferin war aber auch wirklich hartnäckig... dafür haben wir aber eine Kostprobe vom Walfleisch bekommen. Schmeckt ungewohnt, aber ganz ok. In Norwegen, als Walfangnation ist es eine Selbstverständlichkeit Walfleisch zu essen, wir fühlen uns trotzdem reichlich politisch unkorrekt.

Direkt neben dem Fischmarkt beginnt dann der historische Hanse-Stadtteil Bryggen mit seinen schönen alten Holzhäusern und vielen kleinen Boutiquen. Der gesamte Stadtteil ist UNESCO - Weltkulturerbe und hat seinen Titel auch verdient. Wir wollten in einem kleinen Attelier ein Bild kaufen, da die Dame jedoch nicht mit sich handeln lassen wollte, sind wir weitergezogen - zum Glück - denn kurz darauf haben wir in einem anderen Attelier dann ein schönes Bild erstanden auf dem die Häuserfront Bryggens zu sehen ist.
Erwähnenswert hierbei ist, dass die Verkäuferin extra darum gebeten hat Honey in das Attelier lassen. Das ist sehr ungewöhnlich, denn in Skandinavien ist es unüblich Hunde mit in Geschäfte zu nehmen. Es gibt an keiner Ladentür das Pictogramm, das darauf hinweist, dass Hunde im Geschäft unerwünscht sind - einfach weil es in Skandinavien generell verpöhnt ist.

Schon das nächste Geschäft ist ein Angelladen und selbst, wenn Stefan absolut nichts braucht ist es doch klar, dass wenigstens das Angebot gecheckt wird. Beim Stöbern in den Regalen bemerkt er, dass der Verkäufer und ein Gast deutsch sprechen, an seinem Interesse merken die beiden wiederum, dass auch er Deutscher ist - sie kommen ins Gespräch. Die beiden fragen, was uns hier her verschlagen hat und ob wir zum Angeln hier sind. Stefan erzählt kurz von unserem Vorhaben und erwähnt, dass wir aber selbstverständlich Angelgerät dabei haben. Beide lachen. Sie wissen, dass er einer von ihnen ist - ein Besessener...
Sabine stand währenddessen lächelnd und lauschend vor der Tür und entgegnete beim Verlassen des Geschäfts, dass die Welt wohl wirklich ein Dorf sei.

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet sich die Floyenbahn, mit der man auf den Mt. Floyen fahren kann um von dort aus den Ausblick auf die Stadt zu genießen.
Wir fahren mit der Zahnradbahn hinauf in den Regen, machen ein paar Bilder, sind aber nicht sonderlich beeindruckt und fahren wieder runter, raus aus dem Regen.
Die Bahn an sich ist schon recht sehenswert, man sitzt in Tribünenform übereinander versetzt und kann während der Fahrt von jedem Platz aus sehr schön aus der rundum verglasten Bahn schauen. Auf dem Weg nach unten sitzt uns eine japanische Familie gegenüber, die scheinbar nicht so oft auf Menschen treffen, die einen Hund bei sich haben. Honey muss als Fotoobjekt der Begierde herhalten...

Im Anschluss sind wir wieder zurück zum Auto geschlendert, unser altes Hundemädchen war schon ganz schön fertig von dem langen Tag, also ging es zurück auf den Campingplatz.

Wir haben zwar noch überlegt ins Aquarium zu gehen, aber das war uns mit 25 € pro Person einfach etwas zu teuer...

Auf dem Campingplatz haben wir dann einen Marmorkuchen gebacken, etwas geruht, Honey gebürstet und dann schön Käffchen gemacht.
Am Abend kommen weitere Wohnmobilisten auf den Platz und es wird zusehends enger. Unmittelbar neben uns parkt sich dann auch noch ein deutscher Camper ein. Unmittelbar ist wörtlich zu nehmen. Er bekommt nicht mal seine Tür auf ohne unseren Wohnwagen zu berühren. Wir sind angepisst. Zum Glück müssen wir da nur für eine Nacht durch. Auf gute Nachbarschaft!


Es ist mittlerweile 22.30 Uhr und die Sonne steht am Himmel als wäre es früher Abend. Wegen der fehlenden Helligkeit bleibt das Melatonin aus, das für das Müdigkeitsgefühl verantwortlich ist. Das Einschlafen fällt also wirklich nicht so leicht und wir brauchen immer erst etwa eine halbe Stunde in unserer künstlichen Dunkelheit, bis wir dann langsam aber sicher doch müde werden.

Wir quasseln noch über den nächsten Tag und sind gespannt, wie wir morgen vorankommen. Es warten etwa 400 km auf uns, allerdings alles schwierige Küstenstraßen inklusive einer Fähre. Highlight des Tages wird der größte Gletscher Norwegens.



Kosten des Tages:


Campingplatz               36,25 €
geräucherter Lachs       12,50 €
Bild von Bryggen               35 €
Floyenbahn                      20 €
Parkticket                        10 €
                             __________
                               113,75 €

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