unser Reisetagebuch

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Tag 3 - Bergen

Nordkap 2013

01.07.2013, Kilometerstand: 1633,5

Viel eher als gewollt weckt uns die gleißend helle Sonne schon um 8 Uhr morgens, da hilft auch alles Umherwälzen nichts.
Noch sind die langen Tage und hellen Nächte recht ungewohnt für uns. Es wird zwar noch dunkel in der Nacht, aber schon deutlich weniger als in good old Germany.

Stefan untersucht den Küchenschrank, der gestern seinen Inhalt erbrochen hat und muss feststellen, dass er sich nicht mehr abschließen lässt. Der Riegel des Schließzylinders greift beim Zuschließen hinter eine Plastelippe, die nun aber gebrochen ist. Fortan müssen wir den Schrank also mit einem Stück Band verschließen und festzurren.

Sabine berichtet beim Frühstück von einigen durchgefahrenen Autos in der vergangenen Nacht, offenbar hat sich aber niemand für uns interessiert.

Nach dem Frühstück geht es viertel zehn zurück auf die E7 und auf den Weg nach Bergen.
In Geilo, dem Ort mit dem coolsten Namen der Welt, nutzen wir die Gelegenheit zum Tanken und sehen am Horizont die ersten schneebedeckten Berggipfel während wir in Geilo noch angenehme 15°C haben.
An der Tanke fragt Stefan nach dem berühmten Vöringfossen, einem spektakulären Wasserfall, den wir uns heute ansehen wollen. Leider weiß die junge Dame auch nur so viel wie wir, nämlich, dass der Wasserfall irgendwo hier an der Hardangervidda liegt - na gut, dann müssen wir ihn halt selbst finden.

Punkt 12 Uhr mittags sind wir dann irgendwo mitten auf dem Hochplateau der Hardangervidda und entdecken einen ersten Souvenirstand von vermeintlichen Samen. Uns einig, dass wir den Halunken nichts abkaufen werden wollen wir uns trotzdem umsehen und ein paar Bilder machen.

Die Landschaft um uns herum ist mittlerweile sehr karg geworden, es peitscht ein eisiger Wind über die Ebene - hier möchte man lieber nicht wohnen, wir zumindest nicht, denoch sehen wir immer wieder einzelne, wunderschöne Häuser mitten irgendwo in der Pampa.

Irgendwann entdecken wir dann im Nebel zu unserer Rechten den Hardangergletscher, trotz Regen und schlechter Sicht wollen wir das obligatorische Foto machen und ein Steinmännchen bauen.

Mittlerweile sind es nur noch 9°C und es regnet wirklich wie verrückt. Der starke Wind lässt das Wetter zu einem wirklich unangenehmen Erlebnis werden.
Die Straße hier oben ist wegen des ständigen schlechten Wetters in einem ähnlich unangenehmen Zustand - wir machen uns Sorgen wegen der Einrichtung des Wohnwagens und hoffen das Beste.
Was wird uns beim Erreichen des Campingplatzes wohl erwarten? Abenteuerstraße - wegen der vielen Schlaglöcher?





Wir werden mit einem klitzekleinen Schild auf den Vöringfossen hingewiesen und darauf, dass wir hier die E7 verlassen sollen um zum Aussichtspunkt zu gelangen.
Am Hotel auf den Berg angekommen zahlen wir 6 € fürs Parken und können dann den Ausblick genießen - und was für einen Ausblick! Es hat sich wirklich gelohnt. Die Schlucht ist 300 m tief und die freie Fallhöhe des Wasserfalls beträgt 186 m. Ein wirklich imposantes Schauspiel, zwar regnet es noch immer leicht, aber das tut dem Erlebnis keinen Abbruch. Wir besuchen auch hier noch kurz einen Souvenirladen, können uns aber nicht so recht entscheiden - dann bleibt`s!

Von unserem Standort auf der Klippe entdecken wir einen weiteren Aussichtspunkt, der scheinbar direkt an der E7 zu liegen scheint. Einen Versuch ist es wert, also halten wir auch hier noch an um einen weiteren, aber viel schlechteren Blick auf den Wasserfall zu werfen als von der Klippe aus. Dafür gibt es hier einen Souveirladen in dem wir dann endlich fündig werden und uns einen kleinen Norge-Magneten kaufen, der für den heimischen Kühlschrank bestimmt ist.

Unmittelbar hinter dem Wasserfall fahren wir in einen Tunnel ein, der uns etwas tiefer am Berg wieder in die Freiheit entlässt. Der Tunnel danach ist etwas wirklich besonderes: Er ist wie eine Spirale angelegt, in der wir den Berg bis zum Fuß hinab fahren - spektakulär!
Am Fuß des Berges haben wir mittlerweile wieder 15°C Außentemperatur.

Unser nächstes Etappenziel ist Eidfjord. Hier entdecken wir umstrickte Baumstämme, die den Wegesrand zieren und freuen uns über so viel Liebe zum Detail.
Der Weg führt uns entlang des Eidfjords Richtung Brimmnes. Schon von Weitem sieht man eine Brücke, die nach Bruravik zu führen scheint, leider ist sie noch nicht eröffnet und so müssen wir die Fähre nehmen. Ein Schild weist uns auf die Eröffnung der Brücke im August 2013 hin.
Wir haben Glück und erreichen die Fähre unmittelbar vor dem Ablegen, sodass wir ohne größere Verzögerung vorankommen.
Mittlerweile begleitet uns wieder Regen und so ist die Fährüberfahrt auch alles andere als eine Kreuzfahrt. Nach wenigen Minuten erreichen wir das gegenüberliegende Ufer.

Wir befinden uns auf einer wirklich engen Straße und müssen erstmals unter Beweis stellen, dass wir ein gutes Gefühl für die Dimensionen unseres Gespanns haben. Die entgegenkommenden LKW und wir tasten uns zentimeterweise an einander vorbei. Eine Engstelle nach der Anderen erwartet uns mit immer wieder neuen "Gegnern". Hier ein LKW, dort ein Bus, von Allem ist etwas dabei. Aha, deshalb also "Abenteuerstraße".
In Bruravik wartet schon der nächste Tunnel auf uns, 8 km lang und mit einem Kreisverkehr (!!!) auf halber Länge - unfassbar.

Bei einem kurzen Halt an einem Rastplatz stellen wir fest, dass der Küchenschrank gehalten hat, dafür ist die Kühlschranktür aufgegangen und ein paar Lebensmittel sind herausgefallen. Der einzige Verlust den wir zu verzeichnen haben ist zum Glück nur ein einzelnes Ei. Wir lernen auch diese Lektion und verkeilen für jede weitere Fahrt die Tür des Kühlschranks mit einem kurzen Brett, das einfach zwischen Tür und Fußboden geklemmt wird. Damit wäre auch diese Schwachstelle behoben.

Wir fahren im strömenden Regen weiter, immer entlang am Samlafjord. In Norheimsund halten wir am Steindalsvossen, einem Wasserfall hinter dem man entlang gehen kann. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Der Steindalsvossen liegt direkt an der E7 und ist nicht zu übersehen, zahlreiche Turistenbusse und Souvenirshops runden das Gesamtbild ab.

Nach einem kurzem, aber steilen Aufstieg über den Wanderpfad erreichen wir den Wasserfall und stehen plötzlich schon dahinter in einem natürlichen Gewölbe - unbeschreiblich.

Natürlich kommen wir nicht an den Souvenirshops vorbei und besuchen gleich drei (!!!)  von ihnen. Wir kaufen zwar wieder nichts, aber die Produkte aus Elchleder gefallen uns schon ganz gut. Unter anderem gibt es Handtaschen oder verschiedene Etuis unter der Bezeichnung "Moose" (engl. Elch).
Die Preise sind wie so oft dem Touristenverkehr angepasst und so hoffen wir auf günstigere Preise in Bergen.

Um 16.50 Uhr erreichen wir dann kurz vor Bergen den Lone Camping AS, einen hässlichen Stellplatz, man kann es nicht anders sagen, aber für unsere geplanten Ausflüge nach Bergen ist er einfach unschlagbar gelegen.
Die Umgebung dagegen ist sehr schön. Der Platz ist von grünen Bergen umsäumt und an einem kleinen See gelegen.

Wir stehen auf einer Schotterfläche in Reihe und Glied mit anderen Campern, wirklich nicht unser Ding, aber da müssen wir jetzt durch.

Wir machen einen Spaziergang über den Platz und das Umfeld, entdecken einen Rimi-Supermarkt und einen Bäcker, da der aber 51 NOK (= 6,10 €) für vier Brötchen haben will entscheiden wir einstimmig morgen früh unsere mitgebrachten Aufbackbrötchen zu essen. Im Supermarkt hingegen kaufen wir ein paar Kleinigkeiten wie Schoki, Reibekäse und etwas Feta-Snack-Käse.
Zum Abendessen gibt es heute Kartoffelauflauf aus der Dose - ein Experiment. Das ist geglückt, denn der Auflauf ist essbar.


Die Sanitäranlage auf dem CP ist als durchwachsen zu bezeichnen. Was die Toilette rausholt reißt die Duschanlage wieder rein. Wählbar ist nur Wasser an oder aus, keine Temperatur und auch keine Intensität. Das Wasser plätschert nur sehr sparsam aus der Brause, zum Sauberwerden reicht es trotzdem, muss ja.

22.15 Uhr ist es noch immer taghell, aber besser wird das jetzt nicht mehr. Stefan hat damit kein Problem und kann immer und überall schlafen. Sabine hingegen bemüht sich wirklich sehr penibel jede noch so kleine Ritze im WoWa abzudichten um die Sonne draußen zu lassen - Stefan schmunzelt.

Gute Nacht!



Kosten des Tages:


Geilo Tanken und Grillanzünder                     85,90 €
Parkticket Vöringfossen                                      6 €
Magnet                                                       6,50 €
Fähre nach Bruravik                                     31,25 €
Campingplatz                                              36,25 €
Einkauf                                                        8,75 €
                                                          _______________
                                                              174,65 €

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