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Tag 16 - Dubrovnik

Kroatien 2016

28.05.2016

Das Beste zum Schluss, deshalb waren wir heute endlich in der Altstadt von Dubrovnik unterwegs.
Wir haben uns vor ein paar Tagen bei getyourguide.de eine 1,5h Stadtführung gebucht, die um 13 Uhr losging. Den Rest des Tages wollten wir dann allein noch eine Runde in der Altstadt drehen.

Dubrovniks Geschichte beginnt im 7. Jhd, als die kleine Insel Lauza von Slawen besiedelt wurde. Daher stammt auch der alte Name Ragusa. Etwa zeitgleich wurde am Fuße des Berges Srd die Siedlung Dubrava gegründet, was nichts weiter heißt als Eichenwald und sich auf den damaligen Baumbestand bezieht. Beide Orte kooperierten und florierten gleichermaßen und wuchsen so im Laufe der Zeit zusammen.

Dubrovnik hatte im Laufe der Geschichte immer wieder mit den Venezianern zu tun, die die Stadt gern anektieren wollten, was aber nur zeitweilig von 1205 - 1358 gelang. Ab 1358 blieb Dubrovnik (Ragusa) freie Stadt unter der Oberherrschaft von Kroatien-Ungarn. Vom 14. Jhd bis zum 17. Jhd blühte die Stadt Ragusa dann gewaltig auf und es entstand die Republik Ragusa, die sogar die Halbinsel Peljesac, auf der wir ja auch waren, mit einschloss. Der Rest Dalmatiens fiel in dieser Zeit an Venedig.

Ein wichtiger Wendepunkt in der Bedeutsamkeit der Stadt Ragusa war dann das große Erdbeben 1667, das weite Teile der Stadt zerstörte. Bisher war Dubrovnik nie angegriffen und auch nie beschädigt worden. Die Natur legte jedoch weite Teile der Stadt in Schutt und Asche.

Im ausgehenden 17. bis ins 18. Jhd verfiel die Stadt und deren Einfluss immer weiter. Grund hierfür sind einige Ereignisse und Umstände, die sich gegenseitig weiter beflügelten, wie der moralische Verfall des Adels, die Pest sowie einige Stadtbrände.

Am Ende wurde die Festung Ragusa 1808 von den napoleonischen Truppen erobert und die Republik Ragusa aufgelöst. 1815, mit dem Niedergang Napoleons, begann dann die Habsburger Phase unter neuem Namen - Dubrovnik.

Soviel zum kurzen geschichtlichen Abriss. Ich habe hier wirklich nur die Eckdaten angeschnitten, denn über Dubrovnik gibt es eigene Reiseführer, um den Umfang mal deutlich zu machen.

Dass die 60.0000 Einwohner zählende Stadt heute in so tadellosem Zustand besichtigt werden kann ist übrigens keine Selbstverständlichkeit. Die Stadt wurde 1980 zwar komplett unter UNESCO Schutz gestellt. Im Bürgerkrieg von 1991 bis 1995 hielt das einige serbische Artilleristen aber nicht davon ab die Altstadt zu beschießen. Es wurden diverse Gebäude beschädigt und einige brannten sogar aus. Die Serben wollten die Kroaten damit einschüchtern und ihnen zeigen wozu sie fähig sind.

By the way: Wozu die Serben fähig sind, haben sie im Verlauf des Krieges ja mehr als deutlich gemacht. Auch wenn der Reiseführer dieses Thema ausspart, muss man das ja mal so sagen dürfen - ganz unpolitisch :-)

Die Stadt wurde aber sofort nach Kriegsende wieder restauriert und heute sind nur noch an wenigen Gebäuden Schäden des Krieges zu fnden. So zu Beispiel an der Front des Franziskanerklosters direkt links hinter dem Pile-Tor bzw. gegenüber des Onotrio-Brunnens.



13 Uhr treffen wir dann pünktlich unseren Guide, Ivo, der uns mit Kopfhörern ausstatet, damit wir ihn auch hören können.
Man kann sich gar nicht vorstellen wie unfassbar viele Menschen in der zum Glück autofreien Altstadt unterwegs sind. laut Ivo kommen in jedem Jahr allein 1 Millionen Touristen mit Kreuzfahrtschiffen in die Stadt - mehrere am Tag (!)  und alle wollen in die Altstadt. Dazu dann noch die ganzen "normalen" Touristen.










Unser erster Halt ist auf einer Terrasse mit Blick auf Festung Lovrijenac, die im Jahr 1055 in nur drei Monaten fertiggestellt wurde. Die Festung hat zu drei Außenseiten ungewöhnlich starke Mauern mit 4 - 12 m Stärke, stadtseitig hingegen nur 60 cm. Angeblich um den Kommandanten der Festung, der einer der Gutsbesitzer war, leichter vertreiben zu können, für den Fall, dass er versucht hätte die Stadt zu tyrannisieren.



Das Pile-Tor oder auch "Grieschisches Tor", ist der Haupteingang zur Stadt, wenn man das so bezeichnen möchte. Es wurde 1537 errichtet. Die steinerne Brücke ist mit einer hölzernen Zugbrücke mit dem Tor verbunden. Jeden Abend wurden die Stadttore mit einer feierlichen Zeremonie geschlossen.

Die Mauern der Stadt sind übrigens landseitig 4 - 6 m dick, an der Seeseite 1,5 - 3 m und bis zu 25 m hoch.
Für die Stadt, die Mauern und Festungen wurden so viele Steine benötigt, dass eine Zeit lang jeder Besucher der Stadt einen Kalkstein mitbringen musste, der dann für den Bau der Anlagen verwendet wurde.

Der Stradun verbindet das Pile-Tor mit dem Hafen. Von dieser Achse zweigen alle Nebenstraßen ab.

In der Altstadt leben heute nur noch sehr sehr wenige Menschen. Grund dafür sind die Grundstückspreise und der UNESCO-Denkmalschutz.
Die Bewohner der Stadt nutzten die Möglichkeit ihre Wohnungen, die sie ja nicht wie sie wollten verändern durften (Denkmalschutz), an findige Investoren zu verkaufen. Der Wohnungspreis liegt bei 4.000 - 6.000 € pro Quadratmeter. Die Investoren haben dann die Gebäude an Restaurants oder Geschäfte vermietet und in den oberen Etagen Gästezimmer aller Qualitätsstufen für Besucher eingerichtet. So sieht es in nahezu jedem Gebäude aus. Die ehemaligen Bewohner haben gutes Geld bekomen, leben jetzt ruhiger außerhalb und die Investoren bekommen noch mehr Geld, weil sie die Ladenbesitzer stramm zur Kasse bitten...




Eines der bedeutensten Gebäude ist der Rektorenpalast in dem, wie der Name schon sagt, die Rektoren residierten.
Interessant: Ein Rektor wurde immer nur für einen Monat gewählt. In dieser Zeit durfte er den Palast nicht verlassen. Man wollte mit dieser Regelung dafür sorgen, dass niemand, der an der Macht war genügend Zeit hatte sich auf dem Posten "festzubeißen" oder konspirativ tätig zu werden.
Heute beheimatet der Palast das Städtische Museum.









Den Sportsfreund hier sollten die meisten kennen. Es ist der gute alte Roland, der hier aber Orlando heißt. Er soll im 8. Jhd der Stadt im Kampf gegen (vermutlich) arabische Piraten geholfen haben. Das Denkmal ist aber erst aus dem Jahre 1418.

Noch eine kleine Anekdote zum Stradun: Die Straße ist aus poliertem Kalkstein angelegt und ohne Frage ziemlich glatt. Unser Führer Ivo erzählte davon, dass das letzte Mal vor sechs Jahren Schnee lag - für zwei Tage - und der Stradun einer Eisbahn entsprach. Die Stadt war mit dem Wintereinbruch dermaßen überfordert, dass man im Zusammenhang mit den legänderen Wintertagen nur noch von einer nationalen Katastrophe spricht.








Der Marktplatz, auf dem auch noch heute einige kleine Marktstände natürlich ausschließlich touristischen Schnick-Schnack verkaufen, war früher zentraler Ort für alles Bedeutsame, wie Hinrichtungen, öffentlichen Bekanntmachungen und der Gleichen.
Überragt wird der Platz vom Denkal des Raguser Dichters I. Gundulic (1589-1638), dessen Werke die Themen Freiheitsliebe und Türkenangst umkreisten.

Die 1,5h gehen dann auch grade rechtzeitig für alle am Hafen vorbei, denn die Hitze ist heute kaum zu ertragen und in der Stadt steht die Luft förmlich.

Man kann in Dubrovnik noch viel viel mehr Zeit mit der Besichtigung verbringen, z.B. die insgesamt 2 km lange Stadtmauer ablaufen (kostet Eintritt), oder die unzähligen Festungen und Museen besuchen, wir haben aber unser und vor allem Hannas Limit erreicht und beschließen, dass wir gesehen haben, was wir sehen wollten.

Da wir ja gestern nicht zu dem vergnügen einer Glasboden-Bootstour gekommen sind, beschließen wir heute eine Semi-Submarine Tour zu machen. Das ist letzten endes auch nur ein Boot mit reichlich Tiefgang und Fenstern unter der Wasserlinie. Kann gut sein, muss aber nicht. In unserem Fall wars ein Schuss in den Ofen. Aber wir haben es mal gemacht und grade für Kinder ist es, auch wenn die Sicht eher bescheiden ist, sicher ein tolles Erlebnis. Kostenpunkt: 12 € p.P. für 35 Minuten Fahrt.

Da unser Bootstaxi erst 18 Uhr zurückährt laufen wir noch etwas durch die Stadt und schauen hier und dort hin, machen aber keine größeren Anstrengungen mehr wie z.B. Treppensteigen, da wir einfach viel zu erledigt sind...

Wir enden dann in einem der unzähligen Restaurants, essen einen Obstsalat mit Eis und lassen die Hektik an uns vorbeiziehen - Puh wir sind aber auch sowas von keine Stadtmenschen...

Am Hafen angekommen gibt es dann eine ganz andere Priorität: Hanna muss gewickelt werden und das erledigen wir gleich an Ort und Stelle auf einer sicherlich historisch bedeutsamen Mauer am Hafen. Das Bild, das - natürlich - für Hannas Fotoalbum entstanden ist, ersparen wir dem Rest der Welt.

Als Fazit kann man ganz bestimmt sagen, dass Dubrovnik eines der großen Highlights unserer Reise ist. Die Altstadt ist in einem tollen Zustand und enorm beeindruckend. Sicherlich eine der schönsten historischen Altstädte der Welt.
Aber sie ist halt auch sehr überlaufen. Im Sommer zur Hauptsaison soll es sogar Tage geben, an denen nichts mehr geht und die ganze Stadt so voller Menschen ist, dann man nur noch in der Masse mitlaufen kann.
Auch die Preise sind nicht ohne. Wer direkt am Stradun z.B. eine Cola trinken möchte, der sollte schon bereit sein 8 € zu investieren! Ne ne... das ist kein Puff, das ist ein normales Restaurant ;-). In den Nebenstraßen wird es dann wieder etwas günstiger.

Tja was gibt es noch zu sagen über Dubrovnik? Fahrt einfach hin und seht es euch selbst an!

Gute Nacht!


Kosten des Tages:

Brötchen: 0,50 €
Bootstaxi: 28 €
Stadtführung:  28 €
Semi-Submarine: 24 €
Essen: 36 €

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