unser Reisetagebuch

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Tag 14 - Rovaniem

Nordkap 2013

12.07.2013, Kilometer: 5560

09.20 Uhr Abfahrt

Da geht man morgens, nichts Böses ahnend zum Waschhaus und wer kommt einem entgegen?! Mika Häkkinen, nein wieder nicht der Rennfahrer, dafür aber unser in Alta auf dem Campingplatz gewonnener finnischer Freund alles Essbaren. Er schaut Stefan verstohlen an und beide nicken sich ganz behutsam und zögerlich zu. Sehr schön, sie haben sich also wieder lieb.
Nach dem Frühstück und den gewohnten Handgriffen geht`s ab auf die E75 in Richtung Ivalo. Schon nach etwa 1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir eins der Etappenziele des Tages. Das ehemalige Goldgräberdorf Tankavaara. Wir besuchen das Museum, das einen guten Eindruck von der Hochzeit des Dorfes vermittelt. Viel besser gefällt uns aber die Unterrichtung im Goldschürfen mit unserem Guide Pan. Für nur sieben Euro mehr zu den acht Euro für das Museum gibt es dieses Vergnügen. Pan ist so wie man sich einen Goldgräber vorstellt. Seine besten Jahre hat er hinter sich, dafür aber Rauschebart und Hut. Anschaulich und witzig zeigt er wie es funktioniert und dann dürfen wir selbst unser Glück versuchen. Wir werden beide auf Anhieb fündig und haben jeweils drei oder vier sandkorngroße Goldstücke in unseren Schüsseln. Ein tolles Gefühl, aber auch Ernüchterung für falsche Vorstellungen. Wir waschen jeder ein paar Schüsseln Dreck in dem eiskalten Wasser und bekommen unser gefundenes Gold dann mit Tesafilm auf einen Papierstreifen geklebt. Ein schönes Souvenir und wieder was dazu gelernt. An einem Souvenirstand erfahren wir dann von dem deutschen Betreiber, warum wir es so schwer hatten das richtige Gebäude auf der großen und schwer übersichtlichen Anlage mitten im Wald zu finden. Im letzten Jahr hat der ehemalige Betreiber reichlich Misswirtschaft betrieben und das Unternehmen in der Goldgräberstadt ging in Insolvenz. Nun versucht ein neuer Betreiber wieder alles nach und nach aufleben zu lassen. Große Teile der Anlage, wie die verlassene Westernstadt sind nun aber im wahrsten Sinne des Wortes verlassen. Hoffen wir, dass sich alles zum Guten wendet und dass das Unternehmen wieder auf Kurs kommt. Trotz diesen Hintergrundes sagen wir: Absolut sehens- und empfehlenswert.
Mittlerweile ist es schon wieder 13 Uhr und wir fahren weiter.

Unser nächstes Ziel liegt 220 km entfernt, immer entlang der E75. Es ist die Stadt Rovaniemi, in der sich zwei Attraktionen vereinen. Zum einen liegt dort der Polarkreis den wir damit südwärts überqueren und zum anderen und das ist echt der Hammer: hier wohnt der Weihnachtsmann. In Santa Claus Village gibt es einen riesigen Souvenirshop, dessen Preise wegen der zahlreichen Rentnerbusse, die ihre „Ladung“ nur abzukippen scheinen, noch höher als sonst schon sind. Das Highlight ist aber zweifellos ein riesiges Holzhaus in dem eine unscheinbare Tür in eine fantastische Märchenwelt führt. Unweigerlich stellt sich auch bei Erwachsenen dieses seltsame Gefühl aus Vorfreude und Angst ein, wie es sonst nur noch Kinder kennen. Man muss durch ein langes Kabinett und einige Etagen höher, vorbei an riesenhaften Möbeln, Spieluhren Wunschzetteln und Geschenken. Überall sind Zahnräder in gewaltigen Ausmaßen, manche sicher mit 15 m Durchmesser. Alle drehen sich und klickern. Man hat das Gefühl, das ganze Gebäude bewegt sich. Dann nach einer letzten Treppe ist es soweit: wir erhalten Einlass beim Weihnachtsmann und wenn es einen Weihnachtsmann gibt, dann ist er es!!! – unbeschreiblich. Er spricht deutsch und wir plaudern kurz über die Reise. Dann wird eine Foto gemacht und der Weihnachtsmann verabschiedet sich mit den Worten: „Wir sehen uns dann zu Weihnachten!“ Hammer! Das Bild kaufen wir natürlich, auch wenn es 25 € kostet. Nach diesem wahninnigen Erlebnis kann der Tag nicht besser werden.

In Rovaniemi verlassen wir die E75 und fahren auf die L78 nach Ranua. Hier liegt auch unser Campingplatz, den wir nach 75 km erreichen. Der Rokkea Ranna Campingplatz ist wie fast alle Campingplätze hier sehr schön in einem lichten Birkenwald an einem See gelegen. Es gibt einen Sandstrand und einen Bootsverleih, Duschen ist inklusive. Eine der Rezeptionistinnen kommt aus Deutschland und so können wir schon zur Ankunft ein paar nette Worte wechseln.
Während wir zu Abend essen trampelt ganz seelenruhig ein Rentier über den Platz, nur einige Meter an uns vorbei. Wir sitzen noch eine ganze Weile vor dem Wohnwagen und genießen die mittlerweile wieder warme (18°C) Abendsonne und lassen den Tag ausklingen.

Kosten des Tages:

Tanken                                    84,10 €
Golddorf                                   30,00 €
geräucherter Lachs                      4,40 €
Rentierausstechform                    1,50 €
Finnlandaufkleber                        3,00 €
Kette                                       13,50 €
Foto mit dem Weihnachtsmann   25,00 €
Essen                                         7,50 €
CP                                           24,00 €
                              ________________
                                            193,00 €

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