unser Reisetagebuch

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Tag 13 - Inari

Nordkap 2013

11.07.2013, Kilometer 5175

Die Nacht war die Hölle!
Der Wind riss ständig am Wohnwagen und es regnete so stark, dass der Regen vom Wind außen an der Wohnwagenwand hochgedrückt und von unten in die Lüftungsschlitze bis in den Innenraum gedrückt wurde.
Wir brechen um 09.30 Uhr auf und verlassen den Sturm in Richtung Finnland. Von jetzt an geht es wieder gen Süden.
Wir fahren wieder entlang der tollen Küstenstraße und genießen die Sonne, die mittlerweile scheint. Die Straßen werden langsam ebener und kurvenlos, sodass wir sehr gut voran kommen. Kurz vor der finnischen Grenze treffen wir in Karasjok auf ein riesiges Samen-Touristen-Erlebnisdorf - wir halten an und schauen uns um. Die Preise sind der Hammer, aber dafür bekommen wir hier die Info, wo wir die Messerwerkstatt "Knivsmed Strömeg" finden, in der die berühmten Samenmesser von Hand hergestellt werden. Stefan spielt mit dem Gedanken eins zu kaufen, will sich aber nicht festlegen. Auf jeden Fall wollen wir die Manufaktur besichtigen.
Die Werkstatt befindet sich direkt in Karasjok und ist recht einfach zu finden. Wir sind erstaunt, dass die Fabrik nur so groß ist wie unser Wohnzimmer, ob hier wirklich all die Messer fabriziert werden? - wir werden es wohl nie erfahren. Es ist aber wirklich sehr interessant zu stöbern und sich alles anzuschauen, ein Messer kaufen wir aber nicht.

Um 13.45 Uhr erreichen wir die finnische Grenze, ab jetzt müssen wir daran denken, dass wir hier der Mitteleuropäischen Zeit eine Stunde voraus sind, also MEZ +1.
Wir haben das Gefühl, dass sich die Landschaft schlagartig ändert. Es sind weit und breit keine Berge mehr in Sicht und wir haben offenbar wieder die Baumgrenze passiert. Um uns herum stehen unzählige kleine Birken, klein sind sie nicht etwa wegen ihres Alters, sondern als Anpassung an die rauhen Bedingungen und die spärlichen Wachstumsphasen so hoch im Norden.
Die Straße durch diese endlosen Birkenwälder ist sehr gut fahrbar und wir beide sind noch nie zu vor so lange ohne Kurven in eine Richtung gefahren, teilweise fahren wir eine ganze Stunde einfach nur geradeaus...

Bei Kamaanen mündet die Straße 92 in die Europastraße 75, die uns größtenteils durch Finnland begleiten wird, die Straße ist makellos und ermöglicht uns mit Tempo 120 zu fahren -  ja, wir wissen: verantwortungslos...
Alle paar Kilometer findet sich ein typisch touristischer, ääh samischer, Souvenirstand. Wir stoppen an einigen, weil es Stefan noch immer reizt ein Rentiergeweih an unserem Gartenhaus zu haben. Leider finden wir aber kein schönes Geweih, dass unserer Preisvorstellung entspricht. Wir werden weiter suchen.

Etwa 16 Uhr fahren wir dann in Inari, unserem heutigen Etappenziel, ein. Inari ist eine wirklich schöne Stadt, direkt am Inarisee, der mal eben locker die dreifache Größe des Bodensees hat, eingebettet von endlosen Wäldern in denen sich mittlerweile erste Nadelbäume zu den Birken gesellen. Als erstes heißt es mal wieder: Proviant bunkern. Also ab zum nächsten Supermarkt. Mit großer Freude stellen wir fest, dass Grillfleisch wieder bezahlbar geworden ist und schlagen reichlich zu. Außerdem brauchen wir Salz, Getränke und natürlich Schoki.

Achja, beinahe hätten wir es vergessen: Unser rücksichtsloser Fahrstil hat bei unserer alten Dame - nein, nicht Honey, sondern dem Wohnwagen -  erneut für Übelkeit gesorgt. Schon wieder ist der Gewürzschrank aufgegangen und hat all die Kleinteile über den Herd und den Boden ergossen. Leider können wir dagegen nichts machen. Ok, ok, ich höre schon meinen Vater: "Na klar kannst Du was machen: langsam fahren!" ja ja ja... Ne, im Ernst, der Schrank hat einen Klemmverschluss, bei dem ein Pinnöckel mittig durch 2 andere Pinnöckel gedrückt wird. Stefan hat den mittleren mit etwas Panzertape (Ach ja, gutes altes Panzertape, die Zeit bei der Bundeswehr ist längst vergangen, aber das Panzertape reicht hoffentlich bis ans Lebensende) verdickt und hofft, dass es nun etwas fester hält.

Zurück zum Thema. Nach dem Einkauf finden wir ohne großartiges Verfahren unseren Campingplatz den Uruniemi Campingplatz direkt am See in Inari. Der Platz wurde uns von einem Forenuser auf www.Bushcraft-Deutschland.de empfohlen und ist wirklich ein guter Tipp. Der Platz kostet 20,50 € pro Nacht inklusive Strom. Die Standplätze sind sehr schön durch Birken separiert und bieten reichlich Freiraum. Sonnenschein bekommen wir gratis - perfekt!

Kosten des Tages:

Untersetzer       12,38 €
Einkauf             23,20 €
CP                   20,50 €
                   __________
                       56,08 €

 
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