unser Reisetagebuch

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Tag 11 - Korcula

Kroatien 2016

23.05.2016

Heute haben wir einen Ausflug auf die benachbarte Insel Korcula, in die gleichnamige Stadt Korcula gemacht.
Wir sind dazu zum Zentrum Orebics, dem Stadthafen gefahren, haben das Auto stehen lassen und sind mit der Personenfähre, bzw. dem Wassertaxi auf die Insel Korcula gefahren. Achtung: Omnipräsent im Bereich des Hafens ist die Autofähre nach Korcula, mit der zwar ebenfalls Personen fahren können, die aber relativ teuer ist. Diese fährt in einen Hafen außerhalb von Korcula Stadt, man braucht dann also noch ein Taxi oder fitte Beine um in die Stadt zu laufen. Die Personenfähre bzw. die diversen Wassertaxis legen im Sportboothafen Orebic ab, das ist nur 200m neben dem Anleger der Autofähre. An der Haltestelle steht ein kleines, gläsernes Bushaltestellenhaus. Bezahlt wird die Fahrt an Bord. Wir haben auf dem Hinweg 15 Kuna p.P., also etwas mehr als 2 € bezahlt und auf dem Rückweg 20 Kuna, weil wir nicht warten wollten und uns deshalb in eine Reisegruppe mit eigenem Bootstaxi eingekauft haben. Wie die Preise in der Hauptsaison aussehen, kann ich leider nicht sagen.





Das Ende der Zufahrtsstraße zum Hafen. Links sortieren sich die Autos für die Fähre ein, rechts gehts auf den Parkplatz, auf dem immer etwas frei war. Bezahlt haben wir übrigens nichts. Zwar steht am Eingang ein Schild 1Kuna/Stunde, es gibt aber keinen Automaten oder ähnliches. Die anderen hatten auch keine Parkzettel im Auto - scheint also doch kostenlos zu sein (aber vielleicht ist das auch nur in der Nebensaison so). Wenn man dann vom Parkplatz aus weiter in Richtung hinteren Bildabschnitt läuft, ist man direkt auf der Uferpromenade Orebics.

Der historische Kern der Stadt liegt auf einer Halbinsel, die fast komplett vom Land getrennt ist. Die Altstadt entstand am Reißbrett, weshalb ihr Aufbau sehr übersichtlich ist. Es gibt eine Nord-Süd-Achse und diverse kleine Gassen, die von dieser Achse abzweigen.

Diese Anlage der Stadt, die typisch ist für die Zeit der Türkenkriege, bietet Schutz vor Wind und Sonne, außerdem waren die Wehrmauern so auf dem schnellsten Weg zu erreichen.

Die Befestigungsanlage samt Stadtmauer, Wehrtürmen, Kastellen und den zwei Toren sind tadellos erhalten. Um die Anlage herum verläuft die Uferpromenade auf der diverse Händler ihre Waren anbieten.











Der Hauptzugang zur Altstadt ist das Tor Veliki Revelin aus dem Jahr 1571. Direkt dahinter, auf der linken Seite, liegt das Rathaus.











Folgt man der Achse der Stadt gelangt man unweigerlich auf den höchsten Platz der Stadt, den Trg Sv Marka, auf dem auch die Kathedrale Sv Marka steht. Sie ist das bedeutenste Bauwerk der Stadt. Für 20 Kuna kann man in den Glockenturm aufsteigen und erhält einen tollen Ausblick über die Stadt und die Meerenge zwischen Korcula und Peljesac. Achtung: Der Aufstieg ist nichts für die ganz Dicken - kein Scherz! An einigen Stellen ist der Treppenaufgang sicher keine 50cm breit.










Weiter gehts entlang der Achse. Wir zweigen hier und da ab und landen letzten Endes in einem kleinen Souvenirshop, in dem der Inhaber unter anderem Magnete verkauft. Wir finden einen kleinen, der an einer Steinplatte mit Motiv angebracht ist und kommen mit dem Ladenbesitzer ins Gespräch. Diese Steine sind die typischen kroatischen Kalksteine, die unter anderem auch für Teile des weißen Hauses benutzt worden.

Der Eigentümer wohnt und arbeitet mit seiner Familie in diesem Haus. Von ihm erfahren wir, dass es in Korcula etwa 115 Geschäfte für Touristen gibt. Diese Zahl hat sich in den vergangenen Jahren trotz gleichbleibender Touristenzahlen verdoppelt. Auch uns ist bereits die Dichte der Geschäfte aufgefallen. Im Prinzip ist im Erdgeschoss eines jeden Hauses entweder ein Laden für Souvenirs oder ein Restaurant beheimatet.




Eine weitere Besonderheit der Altstadt Korculas: Hier soll das Geburtshaus des berühmten Chinareisenden Marco Polo stehen. Allerdings ist diese Aussage äußerst umstritten, denn selbst behauptete Polo, er sei in Venedig geboren, wo er 1324 definitiv gestorben ist. Fakt ist aber, dass die Familie Polos aus Korcula stammt und ebenso ist es Fakt, dass sein Geburtsort im Herrschaftsbereich der damaligen Republik Venedig lag, was Korcula nicht zwangsläufig ausschließt.



Auch wir haben uns von einer der zahlreichen Konobas verführen lassen und beschlossen etwas zum Mittag zu essen. Wir finden ein nettes Restaurant in einer hübschen Ecke der Stadt und machen es uns bequem.
Während wir uns auf das Essen freuen und das Leben an uns vorbeiziehen lassen, wird der Nachbartisch mit zwei älteren Herren und einer jungen, blonden Reiseleiterin besetzt. Die beiden Männer sind, dem Dialekt nach, vermutlich Östereicher. Das Schauspiel beginnt. Einer der beiden wird von seiner Frau zurückgerufen. Lautstark fragt er Schatzi wie sie diesen Korallenschmuck denn so findet, das Zeug mit den roten Dingern aus dem Meer. Schatzi scheint aber nicht besonders begeistert, kann sich aber vermutlich auch nichts unter dem roten Zeug aus dem Meer vorstellen. (Die roten Korallen, die übrigens endemisch im Mittelmeer vorkommen, sind extrem vom Aussterben bedroht, aber davon wissen sicher weder der dicke Österreicher, noch Schatzi)

Nächte Szene: Essen bestellen. Natürlich auf deutsch, schließlich ist man hier in der Kolonie unterwegs und die Unterprivilegierten sollten das schon hinkriegen. Man möchte Bratkartoffeln, die gibts hier aber nicht. Ich würde sagen, das ist hier nicht mal bekannt. Also wird dem Kellner mal schnell erklärt, wie man ordentliche Bratkartoffeln macht. Natürlich ist man davon angenervt - wie kann der auch so dumm sein. Also Bratkartoffeln her und natürlich Bier, aber vernünftiges!

Bier kommt: Das ist zu kalt! Wer trinkt denn so kaltes Bier! Die Reiseleiterin erklärt, dass hier oft die Gläser im Gefrierschrank gekühlt werden, damit die Getränke möglichst lange kühl bleiben - Unverständnis.
Die Reiseleiterin erklärt dann weiter etwas zum Reiseverlauf der beiden von dem wir nicht alles hören, aber es klingt so, als würde man eine Rundreise durch die ganze ehemalige Kolonie Jugoslawien machen, oder wie das hier heißt...
Dann der Oberkracher. Der bisher ruhigere von beiden bringt sich ganz weit nach vorn: er zündet sich eine fette Zigarre an. Einen Meter neben uns - nur nochmal zur Erinnerung, Hanna ist immer noch dabei. Es stört ihn auch nicht, dass wir essen, während er raucht.

Wenn ich doch nur dürfte wie ich könnte....

Diese beiden alten Arschlöcher haben in vielleicht 15 Minuten derart viel Herrenmenschengehabe an den Tag gelegt, dass man denken könnte, da wird grad ein Film gedreht, wie weiße, wohlhabende Geldsäcke mit leicht angeekelter Miene die weniger wertvollen Menschen in der Kolonie besuchen.
Wir führen übrigens so gut wie kein Tischgespräch, weil wir einfach viel zu begeistert von unseren Nachbarn sind, die ich natürlich noch fotografieren musste, damit man auch ein Bild als Andenken hat.

Man weiß ja nie, wie es kommt, aber sollten die Beiden das hier durch Zufall zu lesen kriegen, dann denkt mal über eurer Verhalten nach, ihr Arschlöcher!

(Nur fürs Protokoll: Uns ist bewusst, dass es nie eine Kolonie Jugoslawien gab und schon gar nicht für Östereich ;-)




Zuletzt haben wir dann noch eine Galerie gefunden in der sehr schöne Ölgemälde mit touristischen Motiven, aber auch einige deutlich günstigere colorierte Kunstdrucke mit den selben Motiven angeboten wurden. Die Gemälde in ansprechender Größe bewegten sich in einem Bereich ab
250 €, also für ernsthaft Interessierte sicher noch bezahlbar. Wir entscheiden uns aber für einen sehr schönen Druck mit tollem Rahmen, der immerhin auch noch 50 € kostet.
Der Rahmen wird frisch für uns präpariert, weshalb wir noch 15 Minuten warten müssen, bis wir unser neuestes Urlaubsmitbringsel in Empfang nehmen können. Wir freuen uns sehr darüber.


Ca. 2,5 Stunden nach unserer Ankunft haben wir gesehen, was wir sehen wollten und Hanna zumuten konnten und sind schon wieder am Hafen. Ein Wassertaxi macht sich grad dazu bereit mit einer kleinen Reisegruppe nach Orebic zu fahren - wir kaufen uns ein.

Was gibt es nach 2,5h Korcula zu sagen: unbedingt ansehen! Wirklich, es lohnt sich. Die Altstadt ist wunderschön und vor allem nicht zu groß, man kann sich einen Nachmittag Zeit nehmen und die Altstadt samt angrenzendem Stadtzentrum erkunden ohne besondere Sehenswürdigkeiten zu verpassen, hat keine weiten Wege und es gibt relativ preiswert sehr leckeres Essen an jeder Ecke. Was will man da bei herrlichem Sommerwetter mehr?

Den restlichen Tag haben wir relaxed und uns seelisch und moralisch auf unsere Abreise morgen nach dem Frühstück vorbereitet. Zu Abend frischte auch der Wind wieder auf und versprach einen unruhige Nacht. Für morgen ist wieder Regen angesagt, das richtige Wetter um weiterzufahren.

Wir haben zwar noch nicht alles gesehen, z.B. waren wir nicht im Marine-Museum an der Uferpromenade in Orebic, aber das lag viel mehr daran, dass immer zu war, wennn wir grad zufällig in der Nähe waren und Zeit gehabt hätten. Ansonsten ist evtl. noch die Nakovana Höhle interessant, die oberhalb des Dorfes Nakovanj liegt. Sie wurde erst 1999 entdeckt, da der Eingang mit Steinen bedeckt war. Man fand hier eine illyrische Kultstätte aus der Zeit um 400-100 v.Chr. Sie ist die einzig bewahrte und versiegelte illyrische Kultstätte aus dieser Zeit und daher von enormen archäologischen Wert.
Sicher gibt es noch eine Vielzahl weiterer touristischer Highlights, aber die zu entdecken überlassen wir euch!


Kosten des Tages:

Brötchen: 1 €
Wassertaxi: 4 €
Essen: 18 €
Magnet: 5 €
Bild: 50 €
Wassertaxi 6 €
Einkauf Konzum: 7 €


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