unser Reisetagebuch

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Tag 1 - nur weg

Nordkap 2013

Schon an Tag eins haben wir vor, von dem geplanten Routenverlauf abzuweichen. Wir wollen nicht wie ursprünglich angedacht die erste Nacht in Dänemark verbringen, sondern lieber gleich so weit fahren wie wir können um erst einmal Strecke zwischen uns und unserem Zuhause zu bringen. Ziel des heutigen Tages ist Schweden, das würde uns einen Tag sparen, den wir dann andernorts wieder verbummeln können und schließlich wollen wir ja unser Hauptaugenmerk auf den hohen Norden legen.

Abfahrt 0600!!!

Nach einem kurzen Frühstück im Stehen geht die Reise auch schon los. Der Kilometerzähler und alle anderen Instrumente werden auf Null gesetzt und sollen ab jetzt für die Urlaubsstatistik zählen. Wir bringen noch schnell "MoMo", unseren anderen Hund, in sein Zuhause für die nächsten drei Wochen und versuchen den Abschied so schnell wie möglich hinter uns zu bringen, nichts desto trotz leiden alle Beteiligten und man kann nicht sagen, wer am meisten...

Ein zweites Frühstück gibts bei Burger King, die Devise danach wie jedes Mal: nie wieder! - igitt

Wir fahren uns gemütlich ein und lassen den Tempomat so zwischen 100 und 110 km/h einrasten, eine angenehme Reisegeschwindigkeit, die wir gern noch ausnutzen wollen, solange es geht, schließlich sind wir uns darüber im Klaren, dass ab Dänemark langsamer gefahren werden muss und vor allem die Strafen für zu schnelles Fahren viel viel teurer werden.

12.55 Uhr erreichen wir schon die unspektakuläre dänische Grenze und fahren ab jetzt auf dänischem Boden, wie gesagt, Dänemark soll für uns ein reines Transitland sein.
Auf der Insel Fyn machen wir einen kurzen Pinkelstop für die ganze Besatzung und lassen Honey mal ein wenig umherlaufen, wobei die Betonung auf "ein wenig" liegt, denn mit ihrem stattlichen Alter fällt laufen nicht mehr so leicht und sie ist froh, wenn sie irgendwo auf einer Decke in unserer Nähe herumlungern kann.

15 Uhr dann das erste Highlight unserer Reise, die Großer-Belt-Brücke, sie ist ein Brückenzug, bestehend aus einem östlichen Brückenabschnitt mit einer Hängebrücke, der durch die dazwischen liegende Insel Sprogø von dem westlichen Teil mit einer Spannbeton-Hohlkastenbrücke getrennt ist. Mit einer Länge von 2694 Metern und einer Hauptspannweite von 1624 Metern ist die Storebæltsbroen in Dänemark, zwischen der Insel Sprogø und Sjælland gelegen, derzeit die längste Hängebrücke in Europa und nach der Akashi-Kaikyō-Brücke sowie der Xihoumen-Brücke die drittlängste Hängebrücke der Welt. Die Stahlbetonpylone haben eine Höhe von 254 Meter, der Überbau ist 31 Meter breit und liegt ungefähr 70 Meter über dem Meeresspiegel. Soviel zu den Daten. Natürlich gibt es dieses autofahrerische Highlight nicht kostenlos... 48 € Maut werden uns nach dem Überqueren der Brücke berechnet.

Ab jetzt fährt Sabine und Stefan wird versuchen die fahrfreie Zeit so gut es geht zu genießen. Ein Schild zeigt uns noch 106 km, dann haben wir Kopenhagen erreicht und in Kopenhagen gehts quasi direkt auf die Öresundbrücke, die ihrerseits die schwedische Grenze darstellt.
Bisher war das Wetter eher bescheiden, deutsch halt, aber jetzt verdient es wirklich eine Erwähnung, denn ab Kolding begleitet uns strahlender Sonnenschein, der auch sofort Urlaubsstimmung aufkommen lässt.

Es ist jetzt 16 Uhr, wir sind kurz vor Schweden und ein vorbeifahrender Transporter hat mit seinem Sog den Wohnwagen aufgeschaukelt, keine Sorge, nur leicht, aber ausgerechnet, wenn Stefan Beifahrer ist - er stirbt tausend Tode, krallt sich den Angstgriff über der Tür und presst sich in den Sitz. Zum Glück bleibt Sabine ganz ruhig und bringt das Gespann gekonnt wieder unter Kontrolle. Puh - grad so überlebt!

Kurz nach fünf ist es dann so weit, wir fahren über die Öresundbrücke und werden auch hier zur Kasse gebeten, unfassbare 94 € kostet die einfache Fahrt für ein Auto mit Wohnwagen. Es gibt zwar mit der Quittung zwei schöne Postkarten, die die Brücke im Abendlicht zeigen, bei dem Preis bleibt es trotzdem ein schwacher Trost.
Wie angekündigt befindet sich die Grenze zwischen Schweden und Dänemark genau mittig auf der Brücke. Der schwedische Zollbeamte lässt sich auch Honeys Heimtierpass zeigen, blättert aber nur wahllos drin rum, ein schöner selbstgemachter Kartoffelstempel hätte also sicher auch gereicht.

Mittlerweile ist es 19.35 Uhr. Etwas später als erwartet und auch erhofft erreichen wir den ausgesuchten Campingplatz. Der asiatische Betreiber ist sehr freundlich und spricht verständliches Englisch. Das Check-Inn-Prozedere geht schnell über die Bühne und wir können uns den Stellplatz direkt am Wasser selbst aussuchen. Wir bauen alles Nötige auf, der Ablauf ist noch etwas holprig, aber das ist heut ja auch der erste Tag. Dank unserer Nachbarn, die uns etwas Grillanzünder geben, können wir auch unseren Grill anwerfen und uns ein paar Steaks und Würstchen grillen.
Honey sitzt neben uns und starrt auf den Grill. Ein Würstchen ist schon für sie reserviert, das ist Sabine beim Wenden auf die Erde gefallen... unbeabsichtigt... ehrlich.

Wir beschließen morgen noch einen Tag hier zu bleiben, wenn das Wetter gut ist, da der Platz wirklich schön ist und wir damit die Chance haben erstmal so richtig runterzukommen, schließlich liegen zwölf Stunden Fahrt und 965 km liegen hinter uns.

Beim Betreiber bestellt Stefan Brötchen für den nächsten Morgen, aber was zum Teufel heißt Brötchen auf Englisch? - Naja, Zeichensprache hilft überall und später klärt google daüber auf - "rolls".

Sabine stellt mit Entsetzen fest, dass Männer und Frauen den selben Toilettenraum nutzen müssen. Wenn sie jetzt schon wüsste was ihr diesbezüglich im Verlauf der Reise noch alles bevorsteht...  Dafür sind die Waschräume getrennt und das Duschen ist kostenlos.

Nach dem Essen spazieren wir noch etwas am Strand entlang und machen ein paar Fotos in der letzten Abendsonne.

Kosten des Tages:


Tanken                                     78,45 €
Sanifair                                     1,40 €
Burgerking                                 8,35 €

Großer-Belt-Brücke                   48,00 €
Öresundbrücke                         94,00 €
Tanken                                    90,47 €
Campingplatz                            31,15 €
                                        _____________
                                             351,82 €


 
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